Winterzeit – Schlüssel zur Fantasie!

Winterzeit - Schlüssel zur Fantasie
Winterzeit - Schlüssel zur Fantasie

In der Winterzeit wird die Welt früher still. Das Licht zieht sich zurück, die Abende dehnen sich. In der guten Stube: ein Feuer, eine Lampe, eine Tasse Tee. Vielleicht sitzt man einen Moment da, ohne Plan, und lässt Gedanken ihren eigenen Weg gehen. Draussen liegt Dunkelheit vor der Tür. Schatten verschieben sich, Geräusche treten klarer hervor, ein Windhauch wird deutlicher wahrnehmbar. In solchen Momenten meldet sich die Fantasie.

Ja, die Winterzeit lädt ein, Bilder zu entwickeln, die nicht vom Sonnenlicht abhängen. Fantasie braucht Zeit, Stille und ein gewisses Mass an Dunkelheit. Sie wächst nicht in überladenen Tagen, sondern in den Zwischenräumen. Winterabende können solche Zwischenräume sein: Stunden ohne Hektik. Unter diesen Bedingungen kommt uns die Fantasie gerne besuchen.

Die Forschung bestätigt, was wir im Alltag spüren. Psychologische Studien zeigen, dass unser Denken saisonalen Rhythmen folgt. In den dunkleren Monaten richtet sich die Aufmerksamkeit stärker nach innen, das Tempo des Alltags sinkt, äussere Reize nehmen ab. Dadurch entsteht Raum für innere Bilder. Der Mensch denkt im Winter häufiger introspektiv, weil das Gehirn unter reduzierter Reizdichte anders arbeitet.
Und auch die Kreativitätsforschung weist darauf hin, dass gedimmtes Licht und ruhigere Umgebungen freieres Denken begünstigen. Dunkelheit nimmt Druck weg. Sie schafft Bedingungen, unter denen Möglichkeiten eher Gestalt annehmen als im hellen, schnellen Sommerlicht.
Dass der Winter ein guter Boden für Fantasie sein kann, zeigt sich auch in einzelnen Biografien. Franz Kafka schrieb in den Wintermonaten besonders intensiv. Die langen Nächte und die Stille führten ihn tiefer in seine Texte. Die Verwandlung entstand in einer solchen Phase. Auch Immanuel Kant nutzte den Winter als Denkzeit, reduzierte seine Gespräche im Aussen und fand in der Dunkelheit den geistigen Raum, den seine Arbeit verlangte. Teile der Kritik der reinen Vernunft entstanden so.


In der Gegenwart zeigen Erfahrungen aus skandinavischen Unternehmen einen ähnlichen Zusammenhang. Während der langen Dunkelphasen entstehen dort auffallend viele neue Ideen. Der sogenannte „Nordic Darkness Effect“ beschreibt, dass eine Umgebung mit weniger äusseren Reizen das Denken bündelt und vertieft.


Im Winter hat die Fantasie tatsächlich Hochkonjunktur. Es ist eine Chance, diesen inneren Muskel namens «Fantasie» zu trainieren. Fantasie trägt uns durchs Leben, wenn wir sie benutzen: Sie schafft leichte Verschiebungen im Blick, bringt Farbe ins Denken und ermöglicht Gedankengänge, die quer oder paradox sein dürfen. Für uns selbst, für den Alltag, und für eine Welt, die neue Gedanken gut gebrauchen kann.

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“Die Fantasie ist nicht ein Entweichen aus der Wirklichkeit, sondern ein Blick auf ihre Möglichkeiten” - Gaston Bachelard (Philosoph)